Es gäbe eigentlich viel Kleines und Oberflächliches zu erzählen. Jammern könnte ich über meine Dummheit mich nicht gegen die Grippe impfen zu lassen. Oder ich könnte Ihnen genau beschreiben, wie lustig Gottesdienstleiten mit 39*C Fieber so ist. Oder über den fehlenden Schnee könnte man sich auslassen. Oder die viele Arbeit. Den Kleinen Mann, der in letzter Zeit recht anstrengend ist. Oder...Oder...Oder...
Aber eigentlich habe ich nach Freitag gar nichts zu sagen. Die Frage nach dem Warum ist sinnlos. Der Ruf nach Waffenkontrollgesetzen auch. Und so sehen wir betroffen auf eine Tragödie, die verhinderbar gewesen wäre, gäbe es hierzulande Gesetzte, die den Erwerb und Besitz von Waffen regulierten.
Am Ende bleibt Sprachlosigkeit, Trauer und Hilflosigkeit. Und der kleine Wunsch, dass die Uni in Schweden dem Langen Mann doch einmal eine Stelle anbietet.
Eigentlich poste ich hier ja keine meiner Predigten (mal abgesehen davon, dass ich die meisten meiner Predigten frei halte und deshalb gar nicht posten könnte), denn dies ist ja nicht das Blog meiner Gemeinde. Aber alles, was ich jemals sagen könnte, zu dem was am Freitag an der Sandy Hook Grundschule passiert ist, sage ich in dieser Predigt. Und deshalb, dieses Mal eben doch...
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What does one say on a day like this? What does one say after what happened at Sandy Hook Elementary School? I have to admit: I am not sure. Together with you I am speechless, shocked, saddened and confused.
I don’t know what to say but I have a pretty good idea what not to say:
“God had a reason for this to happen.” No. no, no! This had nothing to do with God. This is a product of our human brokenness. God did not make this happen. Who could trust a God who promises to love us and then does something like this? No, this was not God’s work but ours.
“God needed some more angels in heaven.” Again, no no no! God does not kill our loved ones because God wants to live with them closely someplace else. A real human being killed the victims and God mourns with us over our losses.
God mourns with the parents and siblings of the victims. God feels their pain and never, ever leaves them alone. God has not left us. God was with every child, every grown up, every victim of this tragedy. God was with all, even with the perpetrator. Because God promises to always be with all of us.
Last week we came together after our Christmas Dinner and we light candles as a reminder that God is the Light of the World and that no darkness can ever overcome it. And we saw the sanctuary getting lighter and lighter with each candle.
The prophet Isaiah promises: The people who sat in darkness have seen a great light, and for those who sat in the region and shadow of death light has dawned.
We are living in dark times right now and we yearn for God’s light to come and heal this world.
We heard the angel telling the shepherds of the birth of the Savior. A Savior who will not fight but will bring Peace. God’s Peace. More than ever, we need to hear this good news too.
We feel lost - but the angel promises: God is coming. God will lead you. God is with you.
We feel hurt, shocked, pained - but the angel promises: God is with you. God’s peace is all around you. God will heal all pains and wounds.
We feel sad, angry, insecure - but the angel promises: Unto you a Savior has been born. God comes into your life as a human being to live with you, walk with you and to support you.
Today we are the shepherds on the fields and we hear God’s promises. And even though on dark days like this it seems hard to trust and believe in those promises, they never stop to be real.
We can see God’s promises coming to live in all the people who helped, cried, and prayed over the last few days.
We can see God’s promises coming to live in a little boy who lead out his fellow students into safety.
We can see God’s promises coming to live here in our midst, this morning.
We can see God’s promises when we hear that our sins are forgiven.
We can feel God’s promises in the water of the font.
And we can taste and touch God’s promises in the bread and wine of the table. There we all come together to be healed, forgiven and be gifted with a new life.
In the coming days a lot of things will be said about what happened on Friday. Some good, some not so good.
But in all the noise listen to God’s promises:
“Do not be afraid; for see—I am bringing you good news of great joy for all the people:
to you is born this day in the city of David a Savior, who is the Messiah, the Lord.
This will be a sign for you: you will find a child wrapped in bands of cloth and lying in a manger.”
God is with us. With all of us. Saints, sinners, the healed and the ones still waiting for healing. God is with us all. Last Friday. Today. Tomorrow. Every day!
Amen.
Sunday, December 16, 2012
Saturday, December 8, 2012
Ordination
Am ersten Advent, passend zum ersten Tag im neuen Kirchenjahr, war es endlich soweit: nachmittags um 16h stand meine Ordination an. Und weil ich ja schon seit zwei Monaten in meiner Gemeinde arbeite (deshalb auch die Funkstille hier, ich habe abends einfach keine Kraft mehr.)
Einige meiner besten Freunde mussten leider im letzten Moment absagen, aber trotzdem waren viele gekommen und unsere kleine Kirche voll bis auf den letzten Platz.
Schön war's. Mein Lieblingsprofessor aus meinem Seminary hat gepredigt. Ein guter Freund und Organist der Orgel Musik entschmeichelt, die sie sonst nie von sich gibt. Und Freunde, Gemeinde und Kollegen waren da um zu feiern, zu beten und sich mit uns zu freuen.
Einige meiner besten Freunde mussten leider im letzten Moment absagen, aber trotzdem waren viele gekommen und unsere kleine Kirche voll bis auf den letzten Platz.
Schön war's. Mein Lieblingsprofessor aus meinem Seminary hat gepredigt. Ein guter Freund und Organist der Orgel Musik entschmeichelt, die sie sonst nie von sich gibt. Und Freunde, Gemeinde und Kollegen waren da um zu feiern, zu beten und sich mit uns zu freuen.
Chorempore. Freund Erik spielt Veni, Veni Emmanuel.
Freundin Anneke liest Isaiah.
Der berühmte Professor liest das Evangelium.
Der Herr ganz vorne: mein Vikariatsmentor. Die anderen sind Kollegen aus der Gegend.
Mein Bischoff begrüsst die Gemeinde.
Pastor Jonathan (Mentor) präsentiert mich dem Bischoff.
Begin der Ordination. Gemeinde singt Veni, veni spiritus (Komm, Heiliger Geist).
Segensgebet
Alle anwesenden Pastoren legen ihre Hand auf und beten (leise, wir sind ja schliesslich Lutheraner...)
Also, unter all den Händen, da bin ich.
Ordiniert (jetzt mit Stola). Ordinationssegen des Bischofs.
Präsentation der frisch ordinierten Pastorin.
Installation. Kirchenvorstandsvorsitzender präsentiert mich dem Bischof. (Falls er in den fünf Minuten vergessen haben sollte, wie ich heisse...)
Am Taufstein, der Kanzel und am Altar empfangen mich Gemeindemitglieder und sagen: Du bist berufen, uns zu taufen und uns unsere Sünden zu vergeben. Du bist berufen, uns Gottes Gute Nachricht zu verkünden. Du bist berufen, mit uns das Abendmahl zu feiern.
Es war ein wundervoller Tag mit einem wundervollen Gottesdienst. Ich kann weder meiner Gemeinde, noch meinen Freunden genug danken. (Oder dem predigenden Professor, der pro Richtung 4.5 Stunden gefahren ist, nur um auf meiner Ordination predigen zu können.)
Und nun Alltag. Wenn man Advent und das kommende Weihnachtsfest Alltag nennen will...
Monday, October 1, 2012
Es macht sich immer gut...
...wenn man sich eine handvoll Tage vor dem ersten Arbeitstag an der Grippeschutzimpfung des Kleinen Mannes ansteckt und man mit Grippe flach im Bett liegt.
Eines ist sicher, das Leben ist und bleibt interessant im Hause Ringel und Co.
Eines ist sicher, das Leben ist und bleibt interessant im Hause Ringel und Co.
Sunday, September 23, 2012
Es klingt noch ungewohnt...
...das "Pastor Ringel", aber ich gewöhne mich besser daran, denn die Gemeinde hat mich heute als ihre neue Pastorin gewählt und berufen.
Am 1. Oktober ist der erste Arbeitstag. Eine Woche noch.
Ich weiss immer noch gar nicht, was ich sagen soll. Ausser: Danke! Und ich bin unendlich glücklich!
Am 1. Oktober ist der erste Arbeitstag. Eine Woche noch.
Ich weiss immer noch gar nicht, was ich sagen soll. Ausser: Danke! Und ich bin unendlich glücklich!
Friday, September 21, 2012
"Die wählen Sie sowieso..."
...sagte der Herr Bischoff und legte das Datum für meine Ordination schon mal für den 2.12. fest.
Immerhin einer kann das Ganze gelassen sehen...
Immerhin einer kann das Ganze gelassen sehen...
Tuesday, September 18, 2012
Sonntags im Zoo
...weil das Wetter so schön war... weil wir im Mai nicht da waren... weil ... einfach so...
Ein rundum schöner Familiennachmittag!
(Und ja, den Babyschneeleoparden hätte ich am Liebsten mit nach Hause genommen. Aber wenn die neue Gemeinde schon keine Hunde will, befürchte ich, dass sie Schneeleoparden erst recht nicht gut heisst. Na, vielleicht ein anderes Mal...)
Saturday, September 15, 2012
Anzeichen
Frischgebackener Pflaumenkuchen, fliegende Blätter im Wind, rote Ahornbäume, kein Klimaanlagengesurre mehr, frische Äpfel, und zum ersten Mal Socken tragen seit April.
Der Herbst ist da! Schön!
Der Herbst ist da! Schön!
Friday, September 14, 2012
Musisch begabt
Der Kleine Mann hat die wirklich tolle Gabe, ein Lied nach nur ein oder zwei Mal hören sowohl in der Melodie als weitestgehend auch im Text wiedergeben zu können.
Das ist praktisch zur Advents- und Weihnachtszeit, wenn man selbst nur die ersten ein, zwei Strophen eines Liedes erinnert; herzerwärmend für die angehende Pastorin, wenn er die Liturgie (sogar besser als ich) auswendig singen kann; und irgendwie drollig und beeindruckend bei Opernarien, die er mal so eben aufgeschnappt hat. Weniger toll und beeindruckend ist es, wenn er Dank dieser Fähigkeiten nun Lady Gaga's "I like it rough" durch die Gegend trällert. Immerhin ist der Text ja nun nicht ganz ...nun ja...kindertauglich.
Natürlich kam dann auch gleich die Frage: "Mama, worum geht's da eigentlich?"
Und auch, wenn man ja eigentlich nicht lügen sollte, habe ich ihm schnell mit einem: "Weiss nich! Hab da noch nie zugehört." abserviert.
Zwei Tage später kam er aufgeregt zu mir und verkündete stolz: "Ich weiss jetzt, worum es in dem Lied geht!" "Äh, ja?" (Sie glauben ja gar nicht, welche Horrorszenarien ich mir schon ausmalte.) "Na, um Badelaken und Handtücher. Du hast doch neulich auch am Telefon zu Omi gesagt, dass Du die Handtücher ja lieber ruffelig von der Leine magst, während Omi sie ja lieber direkt aus dem Trockner mag. Du bist also wie Lady Gaga, Mama! Die mag ihre Handtücher auch lieber rough!"
Na, in diesem Sinne...
You've got me wandering why
I, I like it rough
I, I like it rough
I, I like it rough
Das ist praktisch zur Advents- und Weihnachtszeit, wenn man selbst nur die ersten ein, zwei Strophen eines Liedes erinnert; herzerwärmend für die angehende Pastorin, wenn er die Liturgie (sogar besser als ich) auswendig singen kann; und irgendwie drollig und beeindruckend bei Opernarien, die er mal so eben aufgeschnappt hat. Weniger toll und beeindruckend ist es, wenn er Dank dieser Fähigkeiten nun Lady Gaga's "I like it rough" durch die Gegend trällert. Immerhin ist der Text ja nun nicht ganz ...nun ja...kindertauglich.
Natürlich kam dann auch gleich die Frage: "Mama, worum geht's da eigentlich?"
Und auch, wenn man ja eigentlich nicht lügen sollte, habe ich ihm schnell mit einem: "Weiss nich! Hab da noch nie zugehört." abserviert.
Zwei Tage später kam er aufgeregt zu mir und verkündete stolz: "Ich weiss jetzt, worum es in dem Lied geht!" "Äh, ja?" (Sie glauben ja gar nicht, welche Horrorszenarien ich mir schon ausmalte.) "Na, um Badelaken und Handtücher. Du hast doch neulich auch am Telefon zu Omi gesagt, dass Du die Handtücher ja lieber ruffelig von der Leine magst, während Omi sie ja lieber direkt aus dem Trockner mag. Du bist also wie Lady Gaga, Mama! Die mag ihre Handtücher auch lieber rough!"
Na, in diesem Sinne...
You've got me wandering why
I, I like it rough
I, I like it rough
I, I like it rough
Thursday, September 13, 2012
Höflichkeit ist eine Zier...
Heute im Fitness Center
Während ich mich nach meiner Wasseraerobicklasse wieder abtrockne und anziehe kommt eine Frau mittleren Alters in die Umkleidekabine, sieht mich an, seufz und spricht:
"Ich wünschte, es gäbe Umkleidekabinen extra für Leute wie Sie. Sie würden sich doch auch bestimmt viel wohler fühlen, wenn Sie so unter sich währen und für uns Normale wäre es auch hübscher anzuschauen."
Vielen Dank, meine Dame! Obwohl, vielleicht sollte es wirklich Extraumkleidekabinen für Leute wie mich geben - nette Leute also. Defamierungen und Hasstiraden während man sich wieder trocken legt, braucht doch eigentlich keiner, oder?!?
Während ich mich nach meiner Wasseraerobicklasse wieder abtrockne und anziehe kommt eine Frau mittleren Alters in die Umkleidekabine, sieht mich an, seufz und spricht:
"Ich wünschte, es gäbe Umkleidekabinen extra für Leute wie Sie. Sie würden sich doch auch bestimmt viel wohler fühlen, wenn Sie so unter sich währen und für uns Normale wäre es auch hübscher anzuschauen."
Vielen Dank, meine Dame! Obwohl, vielleicht sollte es wirklich Extraumkleidekabinen für Leute wie mich geben - nette Leute also. Defamierungen und Hasstiraden während man sich wieder trocken legt, braucht doch eigentlich keiner, oder?!?
Wednesday, September 12, 2012
Die Geschichte, in der Frau Ringel den Optiker besucht
Ich trage eine Brille. Das wissen Sie ja vielleicht bereits. Und ich trage die nicht nur in der Hand oder zur Zierde auf der Nase, sondern weil ich ohne einfach nicht gucken kann. (Oder nur verschwommen dreifach, aber das tut jetzt nichts zur Sache.)
Sollten Sie Kinder im Haus haben, wissen Sie ja (vielleicht sogar aus eigener Erfahrung), dass Brillen manchmal die Angewohnheit haben, sich zu verbiegen. So ganz von allein und so. Und weil eben jene Brille aber wichtig in meinem Leben ist, damit ich nicht gegen Bäume laufe, mir den Tee neben die Tasse kippe oder aus Versehen einen Kühlschrank anstelle eines Päckchen Knäckebrotes kaufe, musste sie also gerichtet werden.
Kann ja so schwer nicht sein, dachte sich Frau Ringel. Optiker gibt es hier wie Sand am Meer, eine Brille richten kann selbst schon der Azubi im ersten Lehrjahr und selbst in Deutschland ist das Richten Teil des Kundenservices bei jedem Brillenverpasser. Nach einem Blick ins Telefonbuch war der dichteste Optiker gefunden (so eine Kette ala Fiehlman in Deutschland) und los ging's.
Frau Ringel (FR): Guten Tag, meine Brille ist verbogen. Könnten Sie die bitte richten?
Optiker (O): Wieso?
FR: Naja, ich hab 'ne 2-Stärken Brille und die stimmen jetzt nicht mehr. Ich muss immer meinen Kopf schief legen, wenn ich klar gucken will. Ausserdem sieht's ja komisch aus.
O schüttelt über soviel Unsinn verständnislos den Kopf und sieht seinen Mitarbeiter vielsagend an: Na, wie hätten Sie die Brille denn gern? Obwohl ich da ja nichts sehen kann.
FR (sich nach einem Spielgel umguckend und keinen findend): Na, so grade halt. Auf der Nase. Oben. Haben Sie mal 'nen Spiegel, damit ich es Ihnen zeigen kann?
O: Nee, 'nen Spiegel haben wir nicht.
FR: Aha. (Ein Optiker ohne Spiegel?!?) Na, Sie sehen ja bestimmt, wenn's grade ist. Und so möchte ich das dann.
O: Wie alt ist Ihre Brille eigentlich?
FR: Zwei Jahre (Nach weiterem Überlegen denke ich es sind eher drei, aber was hat das mit dem Richten der Brille zu tun?!?)
O: Dann brauchen Sie eh bald 'ne neue Brille. Na lohnt sich das Richten gar nicht mehr.
FR: Aber ich kann doch so nicht gucken. Und ich will doch auch nicht mit 'ner schiefen Brille rumlaufen!
O: Wollen Sie sich nicht doch lieber eine neue kaufen?
FR: Nein! Ich will meine Brille gerichtet haben.
O: Na dann geben Sie mal her.
Der Optiker verschwindet, kommt nach einer Weile (solange man halt braucht, umeinen Kaffee zu trinken eine Brille zu richten) wieder und reicht mir die Brille: Sieht das so gut aus?
FR: Weiss ich nicht, es gibt hier ja keinen Spiegel, in dem ich mich sehen könnte. Aber wenn Sie sagen, dass es grade ist, dann wird's wohl grade sein.
O: Jaja, sieht prima aus.
FR dankt, zahlt (nein, das Richten war nicht umsonst) und geht zurück ins Auto. Dort im Spiegel betrachtet stellt sie fest, dass die Brille jetzt noch schiefer sitzt. Nur halt in die andere Richtung. Die Augen sehen jetzt aus, als wären sie in der Höhe versetzt. Prima!
Zuhause habe ich meine Brille dann versucht allein zu richten. Ganz grade ist sie nicht geworden, aber es sieht alle mal besser aus als vorher.
Amerika, ein Dienstleistungs- und Kundenparadies?!? Das ich nicht lache!
Sollten Sie Kinder im Haus haben, wissen Sie ja (vielleicht sogar aus eigener Erfahrung), dass Brillen manchmal die Angewohnheit haben, sich zu verbiegen. So ganz von allein und so. Und weil eben jene Brille aber wichtig in meinem Leben ist, damit ich nicht gegen Bäume laufe, mir den Tee neben die Tasse kippe oder aus Versehen einen Kühlschrank anstelle eines Päckchen Knäckebrotes kaufe, musste sie also gerichtet werden.
Kann ja so schwer nicht sein, dachte sich Frau Ringel. Optiker gibt es hier wie Sand am Meer, eine Brille richten kann selbst schon der Azubi im ersten Lehrjahr und selbst in Deutschland ist das Richten Teil des Kundenservices bei jedem Brillenverpasser. Nach einem Blick ins Telefonbuch war der dichteste Optiker gefunden (so eine Kette ala Fiehlman in Deutschland) und los ging's.
Frau Ringel (FR): Guten Tag, meine Brille ist verbogen. Könnten Sie die bitte richten?
Optiker (O): Wieso?
FR: Naja, ich hab 'ne 2-Stärken Brille und die stimmen jetzt nicht mehr. Ich muss immer meinen Kopf schief legen, wenn ich klar gucken will. Ausserdem sieht's ja komisch aus.
O schüttelt über soviel Unsinn verständnislos den Kopf und sieht seinen Mitarbeiter vielsagend an: Na, wie hätten Sie die Brille denn gern? Obwohl ich da ja nichts sehen kann.
FR (sich nach einem Spielgel umguckend und keinen findend): Na, so grade halt. Auf der Nase. Oben. Haben Sie mal 'nen Spiegel, damit ich es Ihnen zeigen kann?
O: Nee, 'nen Spiegel haben wir nicht.
FR: Aha. (Ein Optiker ohne Spiegel?!?) Na, Sie sehen ja bestimmt, wenn's grade ist. Und so möchte ich das dann.
O: Wie alt ist Ihre Brille eigentlich?
FR: Zwei Jahre (Nach weiterem Überlegen denke ich es sind eher drei, aber was hat das mit dem Richten der Brille zu tun?!?)
O: Dann brauchen Sie eh bald 'ne neue Brille. Na lohnt sich das Richten gar nicht mehr.
FR: Aber ich kann doch so nicht gucken. Und ich will doch auch nicht mit 'ner schiefen Brille rumlaufen!
O: Wollen Sie sich nicht doch lieber eine neue kaufen?
FR: Nein! Ich will meine Brille gerichtet haben.
O: Na dann geben Sie mal her.
Der Optiker verschwindet, kommt nach einer Weile (solange man halt braucht, um
FR: Weiss ich nicht, es gibt hier ja keinen Spiegel, in dem ich mich sehen könnte. Aber wenn Sie sagen, dass es grade ist, dann wird's wohl grade sein.
O: Jaja, sieht prima aus.
FR dankt, zahlt (nein, das Richten war nicht umsonst) und geht zurück ins Auto. Dort im Spiegel betrachtet stellt sie fest, dass die Brille jetzt noch schiefer sitzt. Nur halt in die andere Richtung. Die Augen sehen jetzt aus, als wären sie in der Höhe versetzt. Prima!
Zuhause habe ich meine Brille dann versucht allein zu richten. Ganz grade ist sie nicht geworden, aber es sieht alle mal besser aus als vorher.
Amerika, ein Dienstleistungs- und Kundenparadies?!? Das ich nicht lache!
Friday, September 7, 2012
Sammelsurium
Am 23.9 ist der Vorstellungsgottesdienst und die darauf folgende Gemeindewahl. Bis dahin sind es noch 16 Tage. 16 Tage, an denen man sich (und anderen) mit Grübeln, Nervosität und Unruhe das Leben ganz schön fuchsig machen kann. Dabei kann ich jetzt gar nichts mehr tun. Am Morgen bevor der Gottesdienst beginnt, treffe ich zum ersten Mal die ganze Gemeinde. Ein bisschen Hallo und Wie geht's, dann der Gottesdienst und hinterher das Warten auf das Ergebnis.
Soweit, so gut. Aber bis dahin...
Bis dahin muss ich natürlich noch eine Predigt schreiben. Aber ansonsten? Was macht man sonst so, wenn das Ringelkind wieder in der Schule ist, der Garten grade unter Tüchern schlummert, weil wir unsere Beete versetzen und den Boden vorher zudecken, damit das Gras schon ein bisschen abstirbt? (Ausserdem bin ich eh keine grosse Gärtnerin. Ich liebe schöne Gärten. Aber der unserige ist so vermurkst und langweilig, dass ich nie weiss wo eigentlich anfangen. Gerne hätte ich da jemanden, der mit mir einen Garten entwirft und ihn dann baut und ich ihn hinterher "nur" erhalte. Doch wer hat schon Geld für einen Gärtner?)
Geld ist es so eine Sache in letzter Zeit. Als ich las, wieviel mir die Gemeinde für meine etwaigen Dienste zahlen will (anders als in Deutschland werden Pastoren hier von den Gemeinden direkt angestellt und das Gehalt wird aus den Spenden an die Kirche bezahlt, nicht über eine darüberstehende Kirchenorganisation.), war ich erst einmal richtig stolz. Echtes Geld und echtes Gehalt. Und gleich so viel. Bis jetzt hatte ich ja nur während meiner Ausbildung zur Krankenschwester und später als Teilzeitsozialarbeiterin in einer privaten Drogeneinrichtung Gehalt bekommen. Und das war nicht gerade üppig gewesen. Da sah doch diese Nummer gleich viel besser aus.
Viel besser, bis mir klar wurde, dass davon als erstes einmal etwas über 50% an Steuern und Versicherung abgehen. Also schon nicht mehr ganz so doll, der Geldbetrag. Zieht man von jenem Betrag nun ab, was es kostet, dass ich arbeite (Kinderbetreuung nach der Schule und in den Ferien, ein neues Auto alle 3-4 Jahre - weil die Gemeinde eben doch knappe 80km von uns entfernt ist, Benzin fürs viele Fahren und hin und wieder einen Babysitter, weil beide Erwachsenen grade gleichzeitig weg müssen), dann bleiben am Ende des Monats noch genau $8.47 übrig. Wie üppig! Sagen wir mal so, des Geldes wegens arbeite ich wohl eher nicht...
Letzte Woche hatten der Herr Ringel und ich Hochzeitstag. 13 Jahre. Man, wo ist die Zeit geblieben? Na jedenfalls haben wir gefeiert und der Herr Ringel hat mich mit einem tollen Geschenk überrascht. Etwas, dass ich mir wirklich schon immer gewünscht habe, aber es ging bis jetzt halt nie: einen Hund. Eine kleine tapsige Golden Retriever Welpe sollte es sein. Der Herr Ringel hatte auch schon einen Züchter ausgeguckt und am Wochenende wollten wir hin und uns das Ganze einmal anschauen. Das war am Dienstag. Am Mittwoch traf ich mich mit dem Kirchenvorstand, der mir erzählte, dass sie in Zukunft keine Hunde mehr im Pastoratsbüro haben wollen und das sie sich freuen, dass der alte Pastor und sein aggressiver Hund bald ausziehen und verschwinden werden.
Vor die Wahl gestellt, ist mir eine Berufung in eine Gemeinde natürlich lieber, als ein Hund und so sind wir nicht los, um Hunde zu gucken, sondern haben stattdessen die Bücher über Golden Retriever und Hundeerziehung wieder brav in den Buchladen zurückgebracht.
Und sonst noch? Einen Rock habe ich genäht. Bilder kommt, falls sie den (und mich) denn sehen wollen. Mein Studierzimmer habe ich aufgeräumt und ein indisches Kochbuch habe ich gekauft. Wie gesagt, ich bin nervös und hibbelig und weiss nichts mit mir anzufangen.
Wo wir grad dabei sind, mal zwei Fragen an das www:
Wissen Sie wo man Postkarten von Postkarten von Virpi Pekkala erstehen kann? Vor einer Reihe von Jahren habe ich auf einem skandinavischen Weihnachtsmarkt Karten von ihr gekauft. Karten mit Tomten, Engeln und Kindern in Ringelsocken und Zipfelmützen. Nun hätte ich so gern ein paar mehr Karten von ihr. Aber hier gibt es die nicht. Ideen, irgendjemand?
Ausserdem, könnten Sie mir vielleicht erklären, wie man ein Schnittmuster für einen Rock kürzt? Ich will nicht unten einfach 'was wegnehmen, denn der Rock wird nach unten breiter und das gefällt mir. Er soll nur gute 30 oder 40 cm kürzer werden. (Kniehöhe anstelle von Knöchel halt.) Irgendwelche Ideen?
Und in diesem Sinne mache ich erst einmal Schluss. Sollten Sie es tatsächlich geschafft haben, sich durch diesen langen und chaotischen Post zu lesen, gilt Ihnen meine Bewunderung (und die Frage, ob Sie sich auch so langweilen wie ich - oder warum sonst lesen Sie so viel Belangloses? ;-) ).
Soweit, so gut. Aber bis dahin...
Bis dahin muss ich natürlich noch eine Predigt schreiben. Aber ansonsten? Was macht man sonst so, wenn das Ringelkind wieder in der Schule ist, der Garten grade unter Tüchern schlummert, weil wir unsere Beete versetzen und den Boden vorher zudecken, damit das Gras schon ein bisschen abstirbt? (Ausserdem bin ich eh keine grosse Gärtnerin. Ich liebe schöne Gärten. Aber der unserige ist so vermurkst und langweilig, dass ich nie weiss wo eigentlich anfangen. Gerne hätte ich da jemanden, der mit mir einen Garten entwirft und ihn dann baut und ich ihn hinterher "nur" erhalte. Doch wer hat schon Geld für einen Gärtner?)
Geld ist es so eine Sache in letzter Zeit. Als ich las, wieviel mir die Gemeinde für meine etwaigen Dienste zahlen will (anders als in Deutschland werden Pastoren hier von den Gemeinden direkt angestellt und das Gehalt wird aus den Spenden an die Kirche bezahlt, nicht über eine darüberstehende Kirchenorganisation.), war ich erst einmal richtig stolz. Echtes Geld und echtes Gehalt. Und gleich so viel. Bis jetzt hatte ich ja nur während meiner Ausbildung zur Krankenschwester und später als Teilzeitsozialarbeiterin in einer privaten Drogeneinrichtung Gehalt bekommen. Und das war nicht gerade üppig gewesen. Da sah doch diese Nummer gleich viel besser aus.
Viel besser, bis mir klar wurde, dass davon als erstes einmal etwas über 50% an Steuern und Versicherung abgehen. Also schon nicht mehr ganz so doll, der Geldbetrag. Zieht man von jenem Betrag nun ab, was es kostet, dass ich arbeite (Kinderbetreuung nach der Schule und in den Ferien, ein neues Auto alle 3-4 Jahre - weil die Gemeinde eben doch knappe 80km von uns entfernt ist, Benzin fürs viele Fahren und hin und wieder einen Babysitter, weil beide Erwachsenen grade gleichzeitig weg müssen), dann bleiben am Ende des Monats noch genau $8.47 übrig. Wie üppig! Sagen wir mal so, des Geldes wegens arbeite ich wohl eher nicht...
Letzte Woche hatten der Herr Ringel und ich Hochzeitstag. 13 Jahre. Man, wo ist die Zeit geblieben? Na jedenfalls haben wir gefeiert und der Herr Ringel hat mich mit einem tollen Geschenk überrascht. Etwas, dass ich mir wirklich schon immer gewünscht habe, aber es ging bis jetzt halt nie: einen Hund. Eine kleine tapsige Golden Retriever Welpe sollte es sein. Der Herr Ringel hatte auch schon einen Züchter ausgeguckt und am Wochenende wollten wir hin und uns das Ganze einmal anschauen. Das war am Dienstag. Am Mittwoch traf ich mich mit dem Kirchenvorstand, der mir erzählte, dass sie in Zukunft keine Hunde mehr im Pastoratsbüro haben wollen und das sie sich freuen, dass der alte Pastor und sein aggressiver Hund bald ausziehen und verschwinden werden.
Vor die Wahl gestellt, ist mir eine Berufung in eine Gemeinde natürlich lieber, als ein Hund und so sind wir nicht los, um Hunde zu gucken, sondern haben stattdessen die Bücher über Golden Retriever und Hundeerziehung wieder brav in den Buchladen zurückgebracht.
Und sonst noch? Einen Rock habe ich genäht. Bilder kommt, falls sie den (und mich) denn sehen wollen. Mein Studierzimmer habe ich aufgeräumt und ein indisches Kochbuch habe ich gekauft. Wie gesagt, ich bin nervös und hibbelig und weiss nichts mit mir anzufangen.
Wo wir grad dabei sind, mal zwei Fragen an das www:
Wissen Sie wo man Postkarten von Postkarten von Virpi Pekkala erstehen kann? Vor einer Reihe von Jahren habe ich auf einem skandinavischen Weihnachtsmarkt Karten von ihr gekauft. Karten mit Tomten, Engeln und Kindern in Ringelsocken und Zipfelmützen. Nun hätte ich so gern ein paar mehr Karten von ihr. Aber hier gibt es die nicht. Ideen, irgendjemand?
Ausserdem, könnten Sie mir vielleicht erklären, wie man ein Schnittmuster für einen Rock kürzt? Ich will nicht unten einfach 'was wegnehmen, denn der Rock wird nach unten breiter und das gefällt mir. Er soll nur gute 30 oder 40 cm kürzer werden. (Kniehöhe anstelle von Knöchel halt.) Irgendwelche Ideen?
Und in diesem Sinne mache ich erst einmal Schluss. Sollten Sie es tatsächlich geschafft haben, sich durch diesen langen und chaotischen Post zu lesen, gilt Ihnen meine Bewunderung (und die Frage, ob Sie sich auch so langweilen wie ich - oder warum sonst lesen Sie so viel Belangloses? ;-) ).
Saturday, September 1, 2012
Schritt für Schritt
Am Mittwoch hatte ich ganz spontan und ungeplant ein Treffen mit dem Kirchenvorstand. Nach etwa 90 minütigem Grillen, also ich meine, nach einem 90 Minuten Interview hat der Kirchenvorstand einstimmig entschieden, mich als Kandidatin der Gemeinde vorzuschlagen. Probegottesdienst und anschliessende Wahl durch die Gemeinde finden am 23.9. statt.
Es bleibt spannend! (Und die Predigttexte für den Sonntag sind unmöglich, aber das war ja zu erwarten.)
Es bleibt spannend! (Und die Predigttexte für den Sonntag sind unmöglich, aber das war ja zu erwarten.)
Monday, August 27, 2012
Weiter warten
Der ersehnte Anruf kam: Mittwochabend. Das Berufungskomitee hat einstimmig beschlossen mich dem Kirchenvorstand als Kandidatin vorzuschlagen. Aber der Herr Kirchenvorstandsvorsitzende ist leider noch im Sommerurlaub. Und so weiss ich immer noch nicht, ob der Kirchenvorstand meine Nominierung auch angenommen hat und ob ich demnächst zu einem Gespräch mit dem Vorstand eingeladen werde. Es darf also weiter gewartet werden.
Nach einem etwaigen Treffen mit dem Kirchenvorstand muss ich dann übrigens warten, ob der Kirchenvorstand mich der Gemeinde vorschlägt. Ist das passiert, werde ich darauf warten müssen, von der Gemeinde zum Predigen und Gottesdienstleiten eingeladen zu werden. Danach warte ich dann auf die Abstimmung der Gemeinde. Ist die positiv ausgefallen, werde ich auf meinen Ordinationstermin warten müssen. Und auf meine Amtseinführung in der Gemeinde. Und auf die 30 Tage Karenz, die der andere Pastor dort noch hat, nachdem ich gewählt wurde.
Aber wie gesagt, geduldiges und entspanntes Warten sind ja meine Spezialität...
Nach einem etwaigen Treffen mit dem Kirchenvorstand muss ich dann übrigens warten, ob der Kirchenvorstand mich der Gemeinde vorschlägt. Ist das passiert, werde ich darauf warten müssen, von der Gemeinde zum Predigen und Gottesdienstleiten eingeladen zu werden. Danach warte ich dann auf die Abstimmung der Gemeinde. Ist die positiv ausgefallen, werde ich auf meinen Ordinationstermin warten müssen. Und auf meine Amtseinführung in der Gemeinde. Und auf die 30 Tage Karenz, die der andere Pastor dort noch hat, nachdem ich gewählt wurde.
Aber wie gesagt, geduldiges und entspanntes Warten sind ja meine Spezialität...
Wednesday, August 22, 2012
Warten
Ich bin die Ruhe selbst. Wirklich! Gar nicht hibbelig. Kann ganz prima einen klaren Gedanken fassen. Und jeden Satz sinnvoll zu Ende bringen.
Ich schiele auch nicht alle 3 Minuten gen Telefon und checke alle 4 Minuten meine e-mails.
Schliesslich warte ich ja auch gar nicht auf einen Anruf vom Vorsitzenden des Berufungskomitees, der mir mitteilen soll, wie das Komittee gestern Abend nach unserem Gespräch entschieden hat. Ist alles gut gegangen, werde ich demnächst mit dem Kirchenvorstand zusammentreffen. War's nich' so doll, geht die Suche nach einer Stelle woanders weiter.
Also, wie gesagt, ich bin ganz ruhig und gelassen.
ARGH!
Ich schiele auch nicht alle 3 Minuten gen Telefon und checke alle 4 Minuten meine e-mails.
Schliesslich warte ich ja auch gar nicht auf einen Anruf vom Vorsitzenden des Berufungskomitees, der mir mitteilen soll, wie das Komittee gestern Abend nach unserem Gespräch entschieden hat. Ist alles gut gegangen, werde ich demnächst mit dem Kirchenvorstand zusammentreffen. War's nich' so doll, geht die Suche nach einer Stelle woanders weiter.
Also, wie gesagt, ich bin ganz ruhig und gelassen.
ARGH!
Friday, August 10, 2012
Erst einmal...
Erst einmal ein kurzes Update: ja, es gibt uns noch und nein, ich hab noch keine Stelle. Aber im Einzelnen:
- Es sommert. Immer noch und immer wieder. Da bleibt der Laptop dann auch gern mal ein paar Tage zu und die Familie wohnt stattdessen im Freibad. Oder sitzen Sie etwa gern bei über 30*C am Schreibtisch?!?
- Der erste Vorstellungsgottesdienst ist gut gelaufen. Aber die Gemeinderäte haben noch Fragen und so darf ich am 21.8. erneut zu einem Interview fahren. Dieses Mal Abends. Prima, ich habe wichtige Sachen immer gern Abends, da wird mein Englisch nämlich von Minute zu Minute besser. Oder so...
- Die Familie war für eine Woche im Urlaub. Bilder folgen. Schön war's. Aber eine Woche ist irgendwie zu kurz.
- Es gab mal wieder Krach mit meiner Mutter. Wer hier schon länger mitliest, weiss, dass das eigentlich kein Wunder und keine Nachricht wert ist. Dieses Mal ging es um einen möglichen Besuch ihrerseits. Ich habe gesagt, dass sie gerne kommen können, jedoch nicht mehr bei uns wohnen könnten. Daraufhin meinte sie, ich sei gemein, hätte sie nicht lieb und würde sie seelisch zerstören. Ich habe mir dieses Quatsch ihre Worte angehört, ihr dann gesagt, dass man so nicht miteinander redet und aufgelegt. Seit drei Tagen straft sie mich nun damit, dass sie nicht mehr anruft. Muss ich ihr sagen, dass ihre Strafe das Ziel leicht verfehlt?!?
- Ich bin erneut Tante geworden. Mama und Baby geht's gut und in meine wirklich grosse Freude mischt sich auch nur eine ganz kleine Wehmutsträne.
- Diesen Sommer geniessen wir Kultur pur (oder sowas Ähnliches). Zwei Mal Shakespeare im Park (Romeo und Julia und Der Widerspenstigen Zähmung). Mehrere open-air Konzerte haben wir auch schon genossen (Salsa, Rock, Folk und der gleichen mehr) und an den nächsten beiden Samstagen geht es abends zum Klassiksommer im Nachbarort (Freiluftkonzert - Bach, Copland, Shostacovic, Barber...) mit Picnic und Kerzenschein).
- Das Zimmer des Ringelkindes ist endlich -fast- fertig ein- und aufgeräumt. Und das nach nur sieben oder acht Monaten.
- Es gibt Tage, an denen ich es ziemlich beklemmend finde, morgens Tabletten mit 'nem Teelöffel zu zerstößeln und Kügelchen aus Kapseln auf einen Löffel mit Apfelmus zu kippen und beiden dann dem Kleinen Mann einzuflößen.
- Seit gestern bin ich stolze Besitzerin eines neuen Sommerkleides in weiss. Nun brauchte ich das eigentlich gar nicht, aber wenn der Sohn es einem aussucht und die Anprobe mit den Worten: "Mama, darin siehst Du aus, wie eine Prinzessin!" kommentiert, dann muss man doch schwach werden. Wer will denn nicht, zumindest manchmal, eine Prinzessin sein?
- So, und nun noch 3 1/2 Wochen Sommerferien. Wissen Sie eigentlich wie lang 13 1/2 Wochen Ferien sind?!? Und ich fand früher die sechs Wochen Sommerferien in Deutschland schon immer lang. Ha!
Und bei Ihnen so? Regen? Rost? Tee? Sommerurlaub im Süden? Erzählen Sie doch mal!
Sunday, July 22, 2012
Und jetzt
...geht Frau Ringel los um ihren ersten von hoffnungsvoll zwei Vorstellungsgottesdiensten zu predigen und zu leiten.
Lord, have mercy!
Lord, have mercy!
Thursday, July 19, 2012
Freudentanz
Es regnet! Endlich, es regnet! Zum ersten Mal seit Langem. Richtig guter stetiger Regen. Und morgen soll es sogar weiter regnen und die Temperaturen sollen unter 30*C bleiben.
Das Getrippel der Regentropfen auf unserem Blechdach klingt wie Musik.
(Ja, ich weiss auch, dass Sie in Deutschland meine Freude nicht nachvollziehen können. Wenn Sie aber in den letzten 8 oder 9 Wochen nur einen Tag Regnen und fast keinen Tag unter 30*C hatten, dann wären Sie jetzt vom Regen wahrscheinlich so begeistert wie ich.)
Das deutsche Sommerwetter macht für zwei Tage Halt bei uns. Wir freuen uns! (Und danach darf es dann gern wieder weiterziehen. Im Urlaub brauch ich das nämlich auch nicht!)
Das Getrippel der Regentropfen auf unserem Blechdach klingt wie Musik.
(Ja, ich weiss auch, dass Sie in Deutschland meine Freude nicht nachvollziehen können. Wenn Sie aber in den letzten 8 oder 9 Wochen nur einen Tag Regnen und fast keinen Tag unter 30*C hatten, dann wären Sie jetzt vom Regen wahrscheinlich so begeistert wie ich.)
Das deutsche Sommerwetter macht für zwei Tage Halt bei uns. Wir freuen uns! (Und danach darf es dann gern wieder weiterziehen. Im Urlaub brauch ich das nämlich auch nicht!)
Wednesday, July 18, 2012
Klimawandel
Wie warm es in den vergangenen Wochen wirklich war, merkt man erst, wenn man plötzlich bei 27*C fröstelt und sich entscheidet nicht ins Freibad zu gehen, weil es einfach zu kalt fürs Wasser ist.
Tuesday, July 17, 2012
Strohwitwefreuden
Zuerst muss natürlich gesagt werden, dass das Strohwitwe-Dasein überhaupt keine Freude macht. Im Gegenteil, ich vermisse den Herren Ringel. Vorallem, da er vor zwei Wochen ja grade erst in England war. Trotzdem gibt es natürlich Sachen, auf die man sich freuen kann, wenn man dann die Alleinherrscherin im Reich ist.
Da wäre zum Beispiel das Bett. Unser Bett ist nur 1,35m breit und grade im Sommer, wenn es so heiss ist, dass man sich nicht anfassen mag, kommt mas sich do schon mal in die Quere. Ich könnte jetzt die ganze Bettbreite für mich beanspruchen - könnte, ich tue es aber nicht. In der Mitte liegen fühlt sich komisch an und so schlafe ich, wie fast jeden Nacht in den letzten 14 Jahren brav auf meiner Seite, links, wenn man vorm dem Bett steht - sonst rechts.
Oder die Bettdecke. Hier in Amerika hat man üblicherweise eine grosse Bettdecke fürs ganze Bett. Sehr kuschelig. Nur ist der Herr Ringel leider ein Bettdeckendieb und im Winter bin ich schon das eine oder andere Mal aufgewacht, weil ich bibbernd vor Kälte und ohne Decke im Bett lag. Nun könnte die Bettdecke die meine sein. Aber bei 30*C im Schlafzimmer brauche ich keine Decke. Weder einen kleinen Zipfel, noch das ganze Ding. Auch schlafe ich ja gern bei offenem Fenster, während der Ringelmann Fenster zu und Mief vorzieht. Meist finden wir einen Kompromiss (wenn nicht, hätten wir es wohl nicht 14 Jahre miteinander ausgehalten). Nun aber bräuchte ich nicht kompromissen. Aufreissen könnte ich das Fenster. Wenn es denn draussen ein bisschen kühler und trockener wäre. 25*C warme und sehr feuchte Luft brauche ich nämlich auch nicht im Haus.
Auch hatte ich gedacht, dass ich während dieser Woche morgens zum Schwimmen gehe und Nachmittags nette Phototouren mache. Stattdessen habe ich mich gestern aber erst einmal mit einer heftigen Magenverstimmung ins Bett gelegt. Sobald ich mich nur ein bisschen bewegt, wollte das Abendbrot vom Vorabend unbedingt wieder raus. Schöne Sache, sowas. Und warme Kissen auf dem Bauch sind was Herrliches, wenn draussen das Wetter uns Temperaturen um 36*C beschert.
Aber ich habe ja noch bis Samstagabend, um diese Strohwitwenwoche mal so richtig zu geniessen. Also, gleich nachdem es mir wieder besser geht, ich meine Predigt für Sonntag geschrieben habe und ich Dank niedrigerer Temperaturen nachts wieder normal schlafen kann...
Da wäre zum Beispiel das Bett. Unser Bett ist nur 1,35m breit und grade im Sommer, wenn es so heiss ist, dass man sich nicht anfassen mag, kommt mas sich do schon mal in die Quere. Ich könnte jetzt die ganze Bettbreite für mich beanspruchen - könnte, ich tue es aber nicht. In der Mitte liegen fühlt sich komisch an und so schlafe ich, wie fast jeden Nacht in den letzten 14 Jahren brav auf meiner Seite, links, wenn man vorm dem Bett steht - sonst rechts.
Oder die Bettdecke. Hier in Amerika hat man üblicherweise eine grosse Bettdecke fürs ganze Bett. Sehr kuschelig. Nur ist der Herr Ringel leider ein Bettdeckendieb und im Winter bin ich schon das eine oder andere Mal aufgewacht, weil ich bibbernd vor Kälte und ohne Decke im Bett lag. Nun könnte die Bettdecke die meine sein. Aber bei 30*C im Schlafzimmer brauche ich keine Decke. Weder einen kleinen Zipfel, noch das ganze Ding. Auch schlafe ich ja gern bei offenem Fenster, während der Ringelmann Fenster zu und Mief vorzieht. Meist finden wir einen Kompromiss (wenn nicht, hätten wir es wohl nicht 14 Jahre miteinander ausgehalten). Nun aber bräuchte ich nicht kompromissen. Aufreissen könnte ich das Fenster. Wenn es denn draussen ein bisschen kühler und trockener wäre. 25*C warme und sehr feuchte Luft brauche ich nämlich auch nicht im Haus.
Auch hatte ich gedacht, dass ich während dieser Woche morgens zum Schwimmen gehe und Nachmittags nette Phototouren mache. Stattdessen habe ich mich gestern aber erst einmal mit einer heftigen Magenverstimmung ins Bett gelegt. Sobald ich mich nur ein bisschen bewegt, wollte das Abendbrot vom Vorabend unbedingt wieder raus. Schöne Sache, sowas. Und warme Kissen auf dem Bauch sind was Herrliches, wenn draussen das Wetter uns Temperaturen um 36*C beschert.
Aber ich habe ja noch bis Samstagabend, um diese Strohwitwenwoche mal so richtig zu geniessen. Also, gleich nachdem es mir wieder besser geht, ich meine Predigt für Sonntag geschrieben habe und ich Dank niedrigerer Temperaturen nachts wieder normal schlafen kann...
Sunday, July 15, 2012
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